Alltagsglück

Eine Schachtel voll Glück

Manchmal sind es eben die kleinen Dinge, die glücklich machen. So etwas kann aber schnell wieder in Vergessenheit geraten. Für mich sind es jedoch die wichtigsten Dinge – wahres Alltagsglück.

Muttertag. Das Konzept von Muttertag wirkt auf mich immer wieder aufs Neue etwas verrückt. Natürlich ist es schön, einen besonderen Tag für seine Mutter zu haben und ihr dann etwas Schönes zu schenken. Aber warum braucht man dafür einen speziellen Tag? Sollte man nicht jeden Tag dankbar für seine Mutter sein? Der Muttertag bekommt noch mehr Bedeutung, wenn man seinen Ursprung kennt. Die Amerikanerin Anna Jarvis setzte sich nach dem Tod ihrer Mutter dafür ein, dass Mütter zu ihren Lebzeiten mehr geehrt werden. Der 2. Mai 1907 war der Sonntag nach dem zweiten Todestag ihrer Mutter Ann Maria Reeves Jarvis. An diesem Tag veranstaltete sie in Grafton (West Virginia, USA) den Memorial Mothers Day. Im Jahr darauf wurde für alle Mütter eine Andacht in der Methodistenkirche in Grafton gehalten. Im Anschluss ließ Anna 500 weiße Nelken vor der Kirche an andere Mütter verteilen. Sie setzte sich seitdem dafür ein, dass der zweite Sonntag im Mai ein nationaler Feiertag werden sollte – was ihr 1914 gelang. Als die Kommerzialisierung des Muttertags begann, wandte sich Anna allerdings davon ab. Die eigentliche Bedeutung ging für die dadurch verloren. In Deutschland feierte man 1923 das erste Mal den Muttertag (nachdem der Verband Deutscher Blumengeschäftsinhaber ordentlich Werbung dafür machte).

Obwohl ich mich mit dem Konzept des Muttertags immer wieder schwer tue, entscheide ich mich trotzdem jedes Jahr aufs Neue dazu ihr etwas zu schenken und am wichtigsten: Zeit miteinander zu verbringen. Meine Schwestern und ich überlegten uns, dass wir sie mit einem tollen Brunch überraschen könnten. Auf dem Weg zum Bahnhof führte mich mein Weg noch in ein kleines Buchgeschäft. Ich stöbere immer so gern in Buchgeschäften herum. Es ist ein bisschen wie im dm – man braucht eigentlich nichts, kauft aber trotzdem immer etwas. Also kaufte ich noch schöne Karten und eine kleine Schachtel für meine Mutter, die ich einfach niedlich fand. Auf der kleinen Dose stand: “Zauberhafte Wünsche”. Wenn man die Schachtel aufschob, kam ein kleines Bild mit drei Mohnblumen und ein Spruch hervor. „Sei wie eine Blume, dreh’ dein Gesicht zur Sonne“ von Khalil Gibran. Als ich zuhause war, bereitete ich mit meinen Schwestern alles für den großen Brunch vor. Wir teilten uns auf und jeder machte etwas Besonderes. Meine größte Schwester bereitete eine Jogurt-Bombe mit Erdbeeren zu (sowas habe ich vorher auch noch nie probiert – ist aber mega lecker!) und meine andere Schwester kochte gefüllte Omletts mit Pilzen. Ich backte ein Bananenbrot mit Nüssen und Zimt. Dazu kauften wir noch Rosen, Croissants, Brötchen und alles was das Herz begehrt. Wir deckten den Tisch und fast hätte ich es vergessen. Die Schachtel. Schnell noch mit auf den Tisch gelegt. Dann konnte es losgehen. Meine Mutter kam an den Tisch und freute sich riesig! Wir konnten richtig lange schlemmen! Als sie die kleine Schachtel sah, lächelte sie und wurde dann ganz ruhig. Ich dachte mir nicht viel dabei, da sie noch müde war. Als wir alle satt waren, bedankte sich unsere Mutter bei uns und wollte noch etwas sagen. Besonders hat sie sich über die kleine Schachtel gefreut. In letzter Zeit ging es ihr nicht so gut und auf der Arbeit war viel Stress. Sie hatte viele schlechte Gedanken und das zog sie richtig runter. Der kleine Spruch in der Schachtel gab ihr Mut wieder positiv zu denken. Es hat einfach perfekt in ihre Situation gepasst. Sie war sehr berührt und das berührte uns auch. Es war ein ungewohnt emotionaler Augenblick am Frühstückstisch. Aber ein wundervoller Moment.

Wer hätte gedacht, dass so eine kleine Schachtel so viel bewirken kann? Manchmal sind es eben die kleinen Dinge, die glücklich machen. Welche Kleinigkeiten haben Dich das letzte Mal glücklich gemacht?


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